UNBEANTWORTETE GEBETE
Wenn wir ehrlich sind, erleben wir alle, dass nicht alle unsere Gebete so erhört werden, wie wir das gewollt oder uns vorgestellt hätten. Das kann sehr schmerzhaft sein.
Was macht das mit unserer Beziehung zu Gott? Lieben und vertrauen wir IHM immer noch, wenn wir mit unseren Gebeten nicht durchdringen? Jesus ist uns da ein grosses Vorbild. In SEINEM Gebetskampf im Garten Gethsemane bezeugte ER die Liebe und Macht Gottes und drückte IHM so SEIN Vertrauen aus: «Abba, Vater, alles ist dir möglich!»
Einerseits stehen wir als Christen in einem geistlichen Kampf, denn der Feind widersteht dem Willen Gottes in dieser Welt, andererseits ist es manchmal auch Gott selbst, der zu unseren Gebeten «nein» sagt. Bei einigen können wir es im Rückblick verstehen, weil Gott in SEINER Liebe besser weiss, was gut ist für uns gut. Bei anderen nicht erhörten Gebeten verstehen wir es nicht, es bleibt uns verborgen. Auf das «Warum» bekommen wir meistens keine Antwort. Deshalb ist es gut, wenn wir lernen, Gott die «Wo-Frage» zu stellen: «Wo bist du in dieser Situation?» Darauf antwortet Gott immer.
Im Garten Gethsemane betete Jesus zu SEINEM Vater im Himmel: «Nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen». Es ist etwas vom Schwierigsten, diese Worte der Hingabe auszusprechen, wenn unsere Gebete nicht so erhört werden, wie wir uns das vorgestellt haben. Sie ebnen jedoch Gott den Weg, uns in unserem Schmerz nahezukommen. Mitten im Nicht-Verstehen erleben wir tiefes Getröstet-Werden, und unser Blick wird geweitet für das, was ewig ist.
Elisabeth Hoefliger, Regionalkoordinatorin Ostschweiz